Abenteuer im Indischen Ozean. Gastbeitrag von Beat Presser

Jetzt ist er wieder unterwegs, der Basler Fotograf und Weltenbummler Beat Presser. Im Indonesischen Archipel, auf Sindbad’s Spuren. Sindbad der Seefahrer aus 1001 Nacht hat sieben abenteuerliche Reisen überstanden, um später davon zu berichten. Beat Presser plant
Ähnliches. Nun ist es nach seinen Reisen 2009/2010 mit den traditionellen Dhaus vor der Ostafrikanischen Küste bereits die zweite Reise im Indischen Ozean. Geplant ist abermals ein Fotobuch mit dem Titel Surabaya Johnny mit Texten von Indonesischen Schriftstellern, das zur Buchmesse 2015 in Frankfurt erscheinen wird. Dann ist das Inselreich Ehrengast in Frankfurt. Seit Jahrzehnten arbeitet Beat Presser eng mit dem deutschen Goethe-Institut zusammen. Als er Anfang April dieses Jahres bei Goethe seinen Antrittsbesuch abstattete, fragte ihn Christel Mahnke die das Projekt betreut: „Sag Beatus, hast Du keine Lust einen Blog zu schreiben und zu gestalten?“ Nun steht der Blog! 26 Beiträge zu der Reise sind bereits erschienen. Der letzte wurde am 6. August 2014 unter der Rubrik Logbuch publiziert:

PINISI

Pinisi, bevor 1970 auf Anordnung der Regierung die Schiffe mit Motoren ausgerüstet wurden

POTERE

Nun bin ich etwas mehr als 6 Monate und über 4500 Seemeilen unterwegs im Indonesischen Archipel. Zeit für eine kleine Rückschau. Meine Schiffsreise beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2014 in Makassar, dort wo Josef Conrads Antiheld Heemskirk das Schiff seines Erzfeindes Jaspar Allen auf ein Riff auflaufen lässt. Alles einer Frau wegen. Allen verfällt dem Wahnsinn, die schöne Freya von den sieben Inseln stirbt an Bleichsucht. Nur Heemskirk`s Schicksal bleibt ungewiss. Ebenso ungewiss wie mein eigenes jetziges Abenteuer.

Der Besuch von Fort Rotterdam ist wenig ergiebig; als ich aber das fein säuberlich renovierte Fort verlassen will, stellt sich mir ein Rikschafahrer in den Weg und meint: „You must go to Poetere!“ Ich weiss zwar nicht, wovon er spricht, steige aber ohne viel nachzufragen in seine Fahrradrikscha und los geht die Fahrt. Vorbei an grossen Hafenanlagen, Containern, Kranen, Sperrzonen zu unserer Linken, Karaokebars zu unserer Rechten. 20 Minuten später sind wir in Poetere, dem alten traditionellen Hafen von Makassar. Wieso wusste der Rikschafahrer mit seinem herzlichen Lachen und stetigem „Look Mister here und look Mister there,“ dass ich genau das suchte? Und wieso wusste ich nichts von Poeteres Existenz?

Zuerst brauchte ich einen Kaffee. Man winkt mich in eine kleine Hütte und braut mir ein wohlriechendes Getränk. Um mich herum braungebrannte, muskulöse und fröhliche Hafenarbeiter und Seeleute beim Frühstück. Sie rauchen massenweise Gudang Garam und amüsieren sich – ebenso wie sie sich wundern – über meine Anwesenheit. Niemand aussen erahnt diese lustige Gesellschaft in der kleinen Hütte und daß hier gegessen, getrunken und geraucht wird. Eigentlich widerspricht es den Regeln, denn die Sitten sind streng – es herrscht Ramadan.

Weitere 25 Blog-Beiträge sind zu finden unter Blog. Beat Presser

fotoapparat

 

 

 

Das ist der zweite Beitrag von Beat Presser für ralu.ch. “Eine andere Weihnachtsgeschichte”, sowie seine Biografie sind hier zu lesen.

Rainer Luginbühl

Journalist BR, Basel