Ahneidochnöd. (Eine Fotogeschichte). Gastbeitrag von Rebecca Sanders

Ahneidochnöd Wasserflasche

Aufgefallen ist es mir irgendwann im letzten Herbst, ich glaube, bei es war ein Gipfeli im Putzmittelgestell. Fein säuberlich verpackt in ein Plastiksäckli – und liegen gelassen, wo’s grad passt. Zwei Meter weiter dann die Wasserflasche, die da nicht hingehört. Wer hat sein Wasser dort liegengelassen und wieso hat er/sie es nicht zurückgestellt? Ein schneller Meinungsumschwung. Ahneidochnöd.

Ahneidochnöd-Kunst
Seither freue ich mich immer, wenn ich ein Ahneidochnöd entdecke. Meistens sind sie gut getarnt, selten so offensichtlich wie die Rahm-Chäs-Kombi, die eigentlich schon fast eine Kunst-Installation ist.

Drehkreuz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Einkäufer sind meistens schon weg, die Aufräumer noch nicht da, wie hier beim Drehkreuz.

Ahneidochnöd Milchflasche

Vielleicht gibt es auch Geschichten dazu, wie diese hier (nicht von mir): „Am Abend, als es draussen dunkel wurde und Frau Damirovic den Coop-Schlüssel drehte, da erfasste die Biomilch ein unbändiges Verlangen. Nach Zweisamkeit fern milchiger Kumpanei. Und so machte sich die Flasche auf zum Kühlregal nebenan. Und erschrak, als die in Plastik eingezwängten Mozzarella-Tomaten-Stückchen sah. Sie beschloss, den armen Pizzen in dieser Nacht Gesellschaft zu leisten und nicht mehr nach Hause zurückzukehren. Sie war sicher, die anderen Milchflaschen würden es verstehen und sie würdig vertreten.“

Ahneidochnöd Grännigstell

Besonders häufig begegnen einem Ahneidochnöds im Grännigstell bei der Kasse. Man befreit sich in letzter Minute vom überflüssigen Konsum. Dazu schreibt ein junger Vater: „Eine bekannte Elternsituation. Prio 1: nicht alles kaufen was Kind eingepackt. Prio 2: das gesunde Zeug bezahlen, einpacken und nix wie raus mit dem quengelnden Fratz. Du kannst dir denken, was Prio 3 hat.“

Ahneidochnöd Bagger

Dazu passt dieses Bild, das mir geschenkt wurde.

Tomatenapfel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittlerweile schicken mir Freunde ihre Ahneidochnöd-Entdeckungen zu, wie diese Apfeltomate. Nur zu. Was nicht gilt: ein Ahneidochnöd fabrizieren. Ehrensache.

(Fotos: Rebecca Sanders).

Kurzbio:

Rebecca Sanders beobachtet ihre Umwelt beim Einkaufen und Pendeln im Zug. Beruflich interessiert sie die Präsentation von (vergessenen) Objekten ebenfalls, allerdings in kulturgeschichtlichen Zusammenhängen. Sie arbeitet als Ausstellungskuratorin im Landesmuseum Zürich.

Kontakt (um eigene Foto Fundstücke zu senden?), auf Facebook.

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Rainer Luginbühl

Journalist BR, Basel