Die Basler Fähren

Die Basler Fähren

Basler Fähre
Rheinrauschen

Ich fuhr auf der Fähre hin und her

Wohl über den grünen Rhein,

das Fährenseil roch stark nach Teer,

der Fährmann ein wenig nach Wein.

Ich dacht’ an dies, ich dacht’ an das,

Die Wasser rauschten vorbei,

bis dass ich schliesslich ganz vergass,

woch ich bin und wer ich sei.

Die Leute stiegen ein und aus,

ich sah sie wie im Traum,

ich lauschte nur immer

dem Wogengebraus

und starrt’ auf den Fährenschaum.

Und wie ich so sass, da fiel mir ein,

was ich im Grunde sann:

Ich wollte, die Fähre wär mein

und ich der Fährenmann.

Wie friedlich führ’ ich hin und her

mein Leben lang über den Rhein,

das Fährenseil röch stark nach Teer,

und ich ein wenig nach Wein.

Dominik Müller (1871-1953)

Rheinbilder klein – 077Die Basler Fähren

Die Fahrt mit einer der Basler Fähren hinterlässt bei Jung und Alt einen bleibenden Eindruck. Es ist faszinierend, allein durch die Wasserkraft des Rheins den Fluss überqueren zu können. Kein Motorenlärm trübt das Erlebnis auf dem Wasser, nur das Rauschen des Rheins begleitet die Fahrt über den Fluss. Das Boot gleicht den Langschiffen, wie sie die Wasserfahrer benutzen. Das Heck ist mit einem Dach geschützt, in das sich der Fährmann während der Überfahrt ans Steuer setzt. Die Fahrgäste nehmen derweil auf den längsseitig installierten Bänken Platz. Die Fähren können bis zu fünfunddreissig Passagiere aufnehmen.

Dabei ist die Fähre mit einer Rolle an einem langen Seil befestigt, dem Gierseil, das über den Fluss gespannt ist. Nach dem Abstossen vom Landungssteg legt der Fährmann den Schwenkhebel (Schwengel) an der Vorderseite des Bootes um und navigiert das Gefährt mit Hilfe des Steuerruders im hinteren Teil des Schiffs. Dabei hält er das Ruder bei der Fahrt mit etwa 45° quer in die Strömung. Durch den Druck der Wasserkraft wird die Fähre über den Fluss «geschoben», einzig die Flussströmung bewegt das Fährschiff.

Kurz vor dem Anlegen stellt der Fährmann das Boot wieder etwas gerader, um es sanft an den Landungssteg zu dirigieren. Um die Fahrtrichtung erneut zu ändern, stellt der Fährima den Schwengel wieder um und bringt damit die Fähri in die gewünschte Position. Nur die Ueli-Fähri beim St. Johann, in Hafennähe, besitzt einen Aussenmotor, der aber nur sehr selten gebraucht wird, um bei zu wenig Strömung mit Motorkraft dem Schiffsverkehr schnell ausweichen zu können.

Bei allen Fähren befindet sich am Ufer jeweils eine Glocke, mit der man den Fährmann oder die Fährfrau auf sich aufmerksam machen kann.

Das Prinzip der Rollfähre, einer modernen Variante der klassischen Gierseilfähre, wurde bereits vor 1850 im aargauischen Koblenz angewandt. Unterhalb des Zusammenflusses der Aare mit dem Rhein gab es zu jener Zeit einen entsprechenden Fährbetrieb. Das brachte den damaligen Ratsherrn Johann Jacob Im Hof (1815–1900) auf die Idee, diese Art der Flussüberquerung auch in Basel einzuführen.

Er selbst war jahrelang Präsident des Kunstvereins und finanzierte in der Folge mit den rentablen Basler Fähren, die zwischen 1854 und 1895 entstanden, den Bau der Kunsthalle (1872). Die Lebensdauer einer Fähre beträgt laut dem Fähriverein 20 bis 25 Jahre. Eine Neuanschaffung kostet rund Fr. 300’000.-.

Folgende Fähren verkehren heute am Rheinknie (rheinabwärts):

St. Alban-Fähre«Wild Maa» zwischen Schwarzwaldbrücke und Wettsteinbrücke.

Münster-Fähre«Leu» zwischen Wettsteinbrücke und Mittlerer Brücke.

Klingental-Fähre«Vogel Gryff» zwischen Mittlerer Brücke und Johanniterbrücke.

St. Johann-Fähre«Ueli» zwischen Johanniterbrücke und Dreirosenbrücke.

 

Interview mit Fährima.

Die fliegenden Brücken Basels. Gastbeitrag.

Webseite der Basler Fähren.

Basler Brücken.

Rainer Luginbühl

Journalist BR, Basel