Die Basler Schifflände

Foto: Wikipedia

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Wo heute die Ausflugsschiffe der Basler Personenschifffahrt anlegen, hatten einst die Schiffsleute und Fischer ihr Zunfthaus direkt am Rhein. Sie nutzten die Stelle gleich unterhalb der Alten Brücke für das Beladen und Löschen von Lastkähnen. Man kann also behaupten, die Schifflände sei die älteste Hafenanlage der Stadt. Die 1354 gegründete Zunft zu Schiffsleuten hatte dort ihren Sitz. Der Platz liegt links des Rheins bei der Mittleren Brücke. Dort stand das Rheintor als Teil der Basler Stadtmauer, das wahrscheinlich 1225/26 im Auftrag des Bischofs Heinrich von Thun erstellt wurde. Nach einer Abstimmung im Grossen Rat wurde das Tor anlässlich des Abbaus der Stadtmauer im Februar 1839 abgerissen, hatte es sich zuletzt als Verkehrshindernis erwiesen.

Bei der Schifflände stehen heute das Hotel Les Trois Rois und eine Station der Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft. Seit dem 6. Mai 1895 wird der Platz von den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) bedient. Die Tram- und Bushaltestelle «Schifflände» ist ein Knotenpunkt des Liniennetzes der BVB und ist auch auf die Eisengasse, die Marktgasse und die Spiegelgasse verteilt. (Quelle: Wikipedia) Der Brunnen “Knabe mit Fisch” und das “Hotel Les Trois Rois” befinden sich unmittelbar bei der Schifflände.

schifflände

 

 

 

 

 

 

 

 

Artikel in der Basler Zeitung vom 26.05.2014:

Von Dominik Heitz

Seilziehen ist populär. Tauziehen weniger, denn hier geht es neben dem Ziehen auch darum, das Seil fachgerecht zu verknoten, um das Schiff in seiner Position zu halten. An der Anlegestelle Schifflände ist ein solcher Tauzieher in Stein gehauen. Der Bildhauer Max Uehlinger (1894–1981) hat das Relief im Auftrag des staatlichen Kunstkredits um 1927 herum geschaffen. Und ein wenig erinnert der kraftvolle Mann an die athletischen Figuren eines Auguste Rodin.

Die Meinungen zu dieser Steinmetzarbeit waren damals geteilt. «Es ist zu oft eine heikle Sache, an schon vorhandenen Bauten nachträglich künstlerischen Schmuck anzubringen», hiess es in der Neuen Zürcher Zeitung im März 1927 über den Entwurf. «Das gilt diesmal vor allem für das Relief an der Schifflände, das sich der Mauer kaum organisch und glücklich eingliedern wird.» Ganz anders wurde ein Jahr später in einem Artikel in der Arbeiter Zeitung vom 12. September 1928 über das ausgeführte Werk geschrieben. «Endlich hat der keineswegs populäre Kunstkredit ein Werk schaffen lassen, an dem auch jene ihre Freude haben werden, die nach der Meinung der Kunstsachverständigen – es können darunter solche sein, die mehr Kunstverständnis zeigen, als sie haben – ‹nichts› verstehen», hiess es da. «Wir fürchten aber doch, das Relief wird weniger Aufsehen erregen als die Amazone, die niemandem gefällt.»

Heute ist die Amazone von Carl Burckhardt, mehr oder weniger über dem Tauzieher stehend, eines der zahlreichen kleinen Wahrzeichen unserer Stadt. Ein grösseres stellt die markante aus Beton gebaute Antoniuskirche von Karl Moser dar. Für sie hat Max Uehlinger im Jahr 1927 die Kreuzwegstationen geschaffen.

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Rainer Luginbühl

Journalist BR, Basel