Littering am Rheinbord

Die Menschen zog es zwar seit jeher an den Fluss. Aber seit der «Mediterranisierung der Gesellschaft» (wie sie Tino Krattiger, ehemaliger Grossrat und Betreiber des Kulturflosses beschrieben hat) – das heisst der Verlagerung geselligen Zusammenseins nach draussen, insbesondere ans Kleinbasler Rheinbord, sind Reklamationen der Anwohner wegen Lärmemissionen und Abfallbergen an der Tagesordnung.

Laut dem Leiter der Stadtreinigung, Martin Bischofberger, bleiben an einem Wochenende rund drei Tonnen Abfall liegen. Seine Leute sind mit Aufräumarbeiten praktisch in einem Dauereinsatz: «Wer sich am Rheinbord aufhält, hat oftmals andere Interessen als die Anwohnerinnen und Anwohner. Um diesen Lebens- und Freizeitraum gemeinsam nutzen zu können, müssen grundsätzliche Verhaltensregeln eingehalten werden», so Bischofberger.

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Ein Massnahmenpaket des Justiz-, Bau- und Sicherheitsdepartements versucht nun, den verschiedenen Interessen gerecht zu werden, damit die Attraktivität des Rheinbords gesteigert werden kann. So können Anwohnerinnen und Anwohner an Informationsveranstaltungen ihre Anliegen anbringen. Ausserdem lancierte der Kanton Basel-Stadt eine Plakatkampagne, um das Littering – wie die Verschmutzung durch achtlos weggeworfenen Abfall genannt wird – am Rhein einzudämmen. Mit leicht verständlichen Piktogrammen wird die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht, grundsätzliche Verhaltensregeln im öffentlichen Raum zu respektieren und einzuhalten. Im Oberen Kleinbasel werden sich die Mobile Jugendarbeit Basel und der Jugendtreff «Sekundenzeiger» verstärkt um eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung der Jugendlichen kümmern. Die Polizei wird noch intensiver auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen beim Verkauf von Alkohol achten und allfällige Verstösse anzeigen. Auch die grossen Abfallcontainer bleiben bis auf Weiteres am Rheinbord.

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Am 19.06.2013 berichtete © 20 minuten;
Basel Lokal
Rhein wird zur Partymeile: Lärm und Abfall nehmen zu

BASEL. Mit dem schönen Wetter steigt die Arbeit für Polizei und Stadtreinigung. Im Visier stehen vor allem Musikanlagen und Littering.

«Es gibt nichts Geileres, als bei diesem Wetter am Rhein zu chillen», sagt Roman (21), der mit seinen Kollegen am Wasser grilliert. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: «In den letzten vier Tagen mussten wir 33-mal wegen Lärmbelästigung ausrücken», sagt der Basler Polizeisprecher Andreas Knuchel. Bei den Einsätzen hat die Polizei insgesamt sechs Musikanlagen sichergestellt (20 Minuten berichtete).

Doch nicht nur für die Polizei bedeuten feuchtfröhliche Partys am Rhein Arbeit, auch die Stadtreinigung hat am nächsten Morgen alle Hände voll zu tun, sagt Alexander Isenburg, Leiter der Stadtreinigung: «Gerade unter Alkoholeinfluss lassen viele Leute ihren Müll einfach liegen.» Besonders mühsam: «Immer wieder müssen unsere Mitarbeiter Glasscherben aus den Kiesstränden suchen.» Zersplitterte Glasflaschen ärgern auch den Leiter der Stadtgärtnerei, Emanuel Trueb: «Unsere Gärtner müssen vor allem am Wochenende in den Parks Müll zusammenräumen – das ist Zeitverschwendung.» Ein gravierendes Problem stellen auch Einweg-Grillschalen auf dem Rasen dar: «Diese brennen hässliche Löcher in den Rasen, die im Herbst aufwendig und zulasten der Allgemeinheit geflickt werden müssen.» Lisa heyl

Mein Artikel zum Littering vom 18.05.2005 über Frau B.

Rainer Luginbühl

Journalist BR, Basel