Tunnel unter dem Rhein

In meinem ersten Post habe ich versprochen, alles – oder wenigsten fast alles –, was es am, im, auf, über und um den Rhein zu entdecken gibt, zu beschreiben. Gäbe es vielleicht sogar etwas «unter» dem Rhein zu entdecken? Ja! Zwei begehbare Tunnel führen unter dem Rhein hindurch und verbinden so die beiden Stadtteile.

Der «Leitungstunnel Rhein» wurde im Zusammenhang mit dem Bau der Nordtangente zwischen 1995 und 1998 gebaut, ist 362 Meter lang und führt, ausgehend von einer Tiefe von 25 Metern auf Grossbasler Seite, hinüber ins Kleinbasel, wo der Tunnel 20 Meter unter dem Boden liegt. Dieser Tunnel ist Bestandteil eines grösseren begehbaren Leitungstunnelsystems, das sich vom Horburg-Quartier bis zum Flughafen erstreckt. Gebaut im Auftrag des Tiefbauamtes Basel-Stadt, wird dieses System, und eben auch der Abschnitt unter dem Rhein, für Leitungen und Kabel aller Art genutzt: Hier sind Versorgungsleitungen für die Telekommunikation, Elektrizität, Gas, Wasser und Sauerstoff verlegt. Die Sauerstoff- und Stickstoffleitungen dienen als Transportleitungen zu den Chemiefirmen und zur Kläranlage im Kleinbasel.

Der andere Leitungstunnel wird «Rheindüker» genannt, ist 253 Meter lang und mit Fernwärm-, Gas-, Wasser- und Elektroleitungen bestückt und befindet sich rund 12 Meter unter dem Rheinboden. Der Begriff «Düker» bezeichnet die Unterführung eines Rohres oder eines Kanals unter einer Strasse, einem Deich, oder eben eines Flusses. (Düker ist abgeleitet vom niederländischen «duiker», «Taucher»). Aus sicherheitstechnischen Gründen werden die Einstiege zu den zwei Basler Dükern nicht öffentlich kommuniziert. Nur soviel: Sie befinden sich zwischen der Johanniterbrücke und der Dreirosenbrücke. Dem interessierten Publikum bietet das Tiefbauamt aber geführte Führungen durch die Leitungstunnels unter dem Rhein an.

Für die Ableitung der Abwässer aus Grossbasel zur Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Kleinhüningen wird der Rhein zusätzlich zweimal unterquert. Auch diese Abwasserkanäle werden in der Fachsprache Düker genannt, können aber von Personen nicht durchschritten werden.

 

Hier ein Bericht von Telebasel über den Düker.

Rainer Luginbühl

Journalist BR, Basel