Wasserstand Marke am Rathaus Basel

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(beachten Sie die Platte auf dem zweiten Pfeiler, im Bild ganz oben)

Die grosse Messingtafel am Basler Rathaus ist kaum zu übersehen – und doch wissen nur wenige Basler, dass diese Tafel an die beiden zerstörerischen Hochwasser des Birsigs (und des Rheins) von 1529/30 erinnert, der damals noch nicht überbaut war und offen durch die Stadt floss. Das sonst harmlose Flüsschen wurde zum reissenden Strom mit grosser Zerstörungskraft. Eine Kerbe zeigt den Hochwasserstand jener Tage an. Auf der Tafel, die 1537 von einem Handwerker angefertigt wurde, der sich Conrad der Zapfengiesser nannte, ist folgende Inschrift zu lesen:

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«Anno domini MDXXVIIII uff den XIII tag brachmonats ist der Birsich unversehenlicher Wassergüs halben so gros geworden, dass er bitz hieher unden an diese Tafel geflossen ist, darvon einer Stat Bassel un der Burgerschaft gros schad entstundt.

Darnach im MDXXX Ja ruf den IIII tag hewmonats ward der Birsich abermollen so gross, das er biss an disen mone [Mond] flos und aber von einem berg am andern gieng. Got behut unss vor ubel alle Zitt».

Hier ein Fotoalbum der Seite “Verschwundenes Basel” auf Facebook mit Impressionen, als der Birsig noch keinen “Deckel” hatte.

Blogeintrag zum Birsig auf zeitnah.ch

Birsig im Bereich Steinenvorstadt vor der Überbauung

Birsig im Bereich Barfüsserplatz/Rüdengasse vor der Überbauung

Rainer Luginbühl

Journalist BR, Basel