Hotel Les Trois Rois, Drei Könige

Am Blumenrain liegt ein Hotel, das Basel seit Jahrhunderten mit der Welt verbindet. Vor den Fenstern fliesst der Rhein, hinter den Mauern lagern Geschichten von Handel, Macht, Kunst und diskreter Gastlichkeit.
Ein Haus am Strom
Das Grand Hotel Les Trois Rois am Blumenrain 8 gehört zu den traditionsreichsten Hotels der Schweiz. Die Herberge «Drei Könige», «Les Trois Rois» oder «Zu den drei Königen» ist an diesem Ort erstmals 1681 belegt.
Das Hotel steht an der Schifflände, dort, wo Basel seit Jahrhunderten mit dem Rhein handelt, reist und Gäste empfängt. Wer aus einem der Zimmer auf den Fluss blickt, sieht keine dekorative Wasserfläche. Vor dem Fenster liegt eine Verkehrsader, die Stadtgrenze, Landschaft und Bühne zugleich ist.
Das Haus war Herberge für Reisende, Treffpunkt für die internationale Gesellschaft und über lange Zeit eine der vornehmsten Adressen der Stadt. Die Gästeliste liest sich entsprechend wie ein kleines Register der europäischen Kultur- und Zeitgeschichte. Überliefert sind unter anderem die japanische Kaiserin Michiko, James Joyce und Pablo Picasso. Auch die Rolling Stones, Queen Elizabeth II., Willy Brandt, Thomas Mann, Herbert von Karajan, Duke Ellington und der Dalai Lama sollen hier übernachtet haben.
Von der Herberge zum Grand Hotel
- 1681: Die Herberge «Drei Könige» wird erstmals erwähnt.
- 1754: Drei hölzerne Königsfiguren werden an der Fassade angebracht und machen den Namen sichtbar.
- 1797: Napoleon Bonaparte macht auf der Durchreise in Basel Halt und wird mit einem offiziellen Empfang begrüsst.
- 1798: Während der französischen Besetzung wird das Haus vorübergehend in «Hotel aux trois magots» umbenannt.
- 1841: Johann Jakob Senn erwirbt die Herberge.
- 1842: Das alte Gebäude wird abgebrochen. Der Basler Architekt Amadeus Merian plant einen Neubau.
- 1844: Das neue Hotel «Des Trois Rois» öffnet seine Türen.
- 2004: Die Familie Straumann erwirbt das Hotel und beginnt eine umfassende Restaurierung.
- 2006: Nach einer rund 20-monatigen Umbauphase wird das Grand Hotel Les Trois Rois wieder eröffnet.
Der Neubau von 1844 gab dem Hotel jene klassizistische Gestalt, die bis heute den Charakter des Hauses prägt. Spätere Umbauten mussten deshalb zwei Ansprüche miteinander verbinden: zeitgemässen Komfort und den Respekt vor einem Gebäude, das längst selbst Teil der Basler Stadtgeschichte geworden war.
Der Rhein vor der Tür
Die besondere Lage erklärt einen Teil der Wirkung des Hauses. Der Rhein liegt unmittelbar vor der Fassade. Gegenüber stehen Kleinbasel und die Wettsteinbrücke, auf dem Wasser verkehren Schiffe, Fähren und Boote. Die Stadt verändert sich mit dem Wetter, der Jahreszeit und dem Wasserstand.
Für Hotelgäste ist dieser Blick ein Privileg. Für Basel ist er zugleich eine Erinnerung daran, dass die Stadt am Fluss entstanden ist. Handel, Verkehr und internationale Kontakte kamen über das Wasser. Das Hotel macht diese Geschichte bis heute sichtbar – allerdings in einer Form, die mit dem ursprünglichen Gasthaus nur noch wenig gemein hat.
Restaurieren, ohne die Geschichte einzufrieren
Bei der Restaurierung nach 2004 wurde das Hotel weitgehend in jenen Zustand zurückgeführt, den der Bau um 1844 besessen hatte. Historische Elemente wurden erhalten oder nach Originalplänen rekonstruiert. Gleichzeitig erhielt das Haus jene Infrastruktur, die ein modernes Fünf-Sterne-Hotel erwartet.
Die Geschichte des Hotels endet deshalb nicht mit der Restaurierung von 2006. Von 2023 bis 2025 wurde der Gebäudeteil am Blumenrain 2 erneut umfassend erneuert. Herzog & de Meuron gestalteten neue Zimmer und Suiten, den japanisch inspirierten Wellnessbereich «Seijaku», Veranstaltungsräume sowie das Restaurant «Banks».
Das ist mehr als eine kosmetische Auffrischung. Ein Grandhotel muss seine Geschichte sichtbar halten, darf aber nicht im eigenen Museum enden. Die neue Architektur versucht deshalb, die historische Hülle mit einer selbstbewussten Gegenwart zu verbinden.
Ein Basler Ort mit internationaler Adresse
Das Les Trois Rois ist ein Luxushotel. Das lässt sich am Preis, am Service und an der Gästeliste ablesen. Seine Bedeutung für Basel geht jedoch über die Hotellerie hinaus. Das Haus steht für eine Stadt, die seit Jahrhunderten vom Austausch lebt: von Reisenden, Waren, Ideen und kulturellen Einflüssen.
Wer am Rheinufer vor dem Hotel steht, sieht deshalb mehr als eine elegante Fassade. Er sieht einen Ort, an dem sich Basels Geschichte mit der Weltgeschichte berührt. Der Rhein liefert dazu die passende Kulisse – und bleibt trotzdem der eigentliche Hausherr.
Weiterführende Links
- Die offizielle Chronik des Grand Hotel Les Trois Rois – mit Zeitleiste von 1681 bis zur jüngsten Renovation.
- Les Trois Rois – Das Sehnsuchtshotel am Rhein – ein persönlicher Blick der Basler Schriftstellerin Zoe Jenny.
- Les Trois Rois als «Hotel des Jahres 2020» – ein Rückblick auf die Auszeichnung und die Stellung des Hauses in der Schweizer Hotellerie.
- Die Basler Fähren: Vom Wasser getragen, von der Stadt geliebt – ein weiterer Blick auf den Rhein vor dem Hotel.
