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Rainer Luginbühl

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Die Christoph Merian Stiftung, Basel

Die Christoph Merian Stiftung, Basel

Christoph Merian (1800–1858) stammte aus einer sehr vermögenden Basler Kaufmannsfamilie. Sein Vater Christoph Merian-Hoffmann betrieb internationalen Handel und wurde als «der reiche Merian» bekannt. Der Sohn absolvierte zunächst eine Handelslehre, wandte sich dann aber der Landwirtschaft zu und besuchte die Landwirtschaftsschulen in Hofwil bei Bern und Hohenheim bei Stuttgart.

1824 heiratete er Margaretha Burckhardt (1806–1886), Tochter einer Basler Seidenfabrikantenfamilie. Zur Hochzeit erhielt das Paar von Merians Vater den Brüglingerhof mit rund 50 Hektaren Land. Christoph Merian vergrösserte den Besitz in den folgenden Jahrzehnten durch zahlreiche Landkäufe und wurde zum grössten privaten Grundbesitzer der Schweiz.

Sein Vermögen wuchs vor allem durch grosse Erbschaften seiner Eltern und durch eine konservative Vermögensverwaltung. 1835 erbte er von seiner Mutter rund 3,6 Millionen Franken, 1849 von seinem Vater rund 9,5 Millionen Franken. Das kinderlose Ehepaar unterstützte soziale und religiöse Einrichtungen; sein sichtbarstes gemeinsames Vermächtnis ist die von ihm finanzierte Elisabethenkirche in Basel.

1857 legte Christoph Merian in seinem Testament fest, was nach dem Tod seiner Frau mit dem Vermögen geschehen sollte. Margaretha wurde zunächst seine Universalerbin und konnte darüber zu Lebzeiten weitgehend frei verfügen. Danach sollte die Stadt Basel das Vermögen übernehmen. Als Zweck bestimmte Merian die «Linderung der Noth und des Unglückes» und die «Förderung des Wohles der Menschen».

Nach Christoph Merians Tod 1858 verwaltete Margaretha Merian den Grossteil des Vermögens weitere 28 Jahre. Erst nach ihrem Tod 1886 ging Merians Nachlass – damals rund elf Millionen Franken und etwa 300 Hektaren Land – an Basel über. Damit trat die Christoph Merian Stiftung (CMS) in Kraft. Christoph und Margaretha Merian sind in der Krypta unter dem Chor der Elisabethenkirche bestattet.

Aus elf Millionen wurden 1,8 Milliarden

Die Dimensionen der Stiftung haben sich seither erheblich verändert. Ende 2025 verfügten die Christoph Merian Stiftung und ihre Dachstiftung zusammen über ein Vermögen von rund 1,8 Milliarden Franken. Das Grundeigentum der CMS umfasst 899 Hektaren in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Jura. Rund 85 Prozent davon entfallen auf Landwirtschaft, Wald und Pachtflächen. Allein die Areale Dreispitz, Gellertfeld und Sesselacker weisen zusammen einen Marktwert von rund einer Milliarde Franken auf.

Auch die Fördertätigkeit ist entsprechend gewachsen. CMS und Dachstiftung bewilligten 2025 Beiträge von rund 21,5 Millionen Franken für 305 Projekte und Institutionen. Einschliesslich eigener Institutionen und weiterer Förderleistungen liegt das jährliche Engagement bei rund 25 Millionen Franken. Zu den eigenen Institutionen gehören die Merian Gärten, das Cartoonmuseum Basel und der Christoph Merian Verlag.

Der testamentarische Auftrag von 1857 ist dabei bis heute verbindlich. Die eigentliche CMS fördert gemäss ihrem Stiftungszweck vor allem Vorhaben in der Stadt Basel. Über die Dachstiftung und weitere Aktivitäten reicht das Engagement teilweise in die trinationale Region Basel.

Webseite der Christoph Merian Stiftung