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Rainer Luginbühl

KI, Wissenschaft und Kultur. Basel und der Rhein.

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Effiziente Reiseplanung mit ChatGPT

Effiziente Reiseplanung mit ChatGPT

Reiseplanung mit ChatGPT: 12 Prompts, die wirklich nützen

Aktualisiert im Oktober 2026

Früher brauchte man für eine Reise einen Reiseführer, drei Browserfenster, eine Excel-Tabelle und mindestens einen kleinen Streit darüber, ob Florenz wirklich noch einen weiteren Museumstag verträgt. Heute kann ChatGPT einen erheblichen Teil der Vorarbeit übernehmen. Vorausgesetzt, man stellt die richtigen Fragen.

Als ich diesen Beitrag ursprünglich schrieb, war die Idee noch recht neu: Man gibt der KI einen grossen Reise-Prompt und erhält einen möglichst vollständigen Plan. Das funktioniert. Aber inzwischen weiss ich: Mehrere gute kleine Prompts sind oft besser als ein einziger monströser.

ChatGPT kann heute bei Bedarf das Web durchsuchen und aktuelle Quellen verlinken. Das macht Reiseplanung erheblich nützlicher als noch vor wenigen Jahren. Trotzdem gilt: Öffnungszeiten, Fahrpläne, Einreisebestimmungen, Preise und Buchbarkeit sollte man vor der Abreise noch einmal bei der Originalquelle kontrollieren. Eine KI kann sehr überzeugend erklären, weshalb ein Restaurant perfekt zu Ihnen passt – auch wenn es montags geschlossen ist.

Die offizielle Erklärung zur Websuche von ChatGPT:
https://help.openai.com/de-de/articles/9237897-searching-the-web-with-chatgpt


Der wichtigste Trick: Nicht «Plane meine Reise»

Je genauer die Bedingungen, desto brauchbarer die Antwort. Nennen Sie Zeitraum, Ausgangsort, Budget, Interessen und Dinge, die Sie ausdrücklich nicht wollen.

«Drei Tage Rom» ist eine Anfrage. «Drei Tage Rom, Architektur und Essen, wenig Kirchen, keine Warteschlangen, maximal 15’000 Schritte pro Tag und keine Restaurants mit Kellnern, die Touristen auf der Strasse einfangen» ist bereits ein Auftrag.

1. Wohin überhaupt?

Manchmal weiss man nur, dass man weg will. Auch das ist eine brauchbare Ausgangslage.

Schlage mir fünf Reiseziele für [Monat] vor. Ich starte in [Ort], habe [Anzahl] Tage und ein Budget von ungefähr [Betrag]. Mich interessieren besonders [Interessen]. Ich möchte [z. B. Hitze, Massentourismus, lange Autofahrten] vermeiden. Vergleiche die Ziele in einer Tabelle nach Anreise, Klima, Kosten, Besucherandrang und Eignung für meine Interessen. Prüfe aktuelle Informationen im Web und verlinke die wichtigsten Quellen.

Das ist besser als die Frage «Wo soll ich hin?». Auf die könnte die einzig ehrliche Antwort auch lauten: «Woher soll ich das wissen?»

2. Der Wochenend-Fluchtplan

Für zwei freie Tage braucht man keine Expedition. Man braucht einen Ort, der die Anreise nicht gleich wieder auffrisst.

Ich wohne in [Ort] und möchte am Wochenende vom [Datum] für zwei Tage weg. Suche fünf Ziele, die ich in höchstens [Zeit] mit Bahn oder Auto erreichen kann. Ich mag [Interessen]. Berücksichtige das erwartete Wetter und aktuelle Veranstaltungen. Nenne zu jedem Ziel einen Vorteil, einen Nachteil und eine konkrete Idee für Samstag und Sonntag.

3. Die Route, die nicht nach Militärmanöver aussieht

KI-Reisepläne haben eine gewisse Neigung, sieben Sehenswürdigkeiten, zwei Museen und einen Sonnenuntergang zwischen Frühstück und Mittagessen unterzubringen. Deshalb lohnt sich eine klare Vorgabe.

Erstelle für meine Reise nach [Ort] vom [Datum] bis [Datum] einen realistischen Tagesplan. Plane höchstens zwei grössere Programmpunkte pro Tag. Gruppiere Ziele geografisch, damit unnötige Wege vermieden werden. Rechne Pausen und Essenszeiten ein. Markiere Programmpunkte als MUSS, OPTIONAL oder NUR WENN ZEIT. Gib für jeden Tag ungefähr an, wie viel Wegzeit anfällt.

4. Der Realitätscheck

Das ist einer meiner wichtigsten Reise-Prompts. Erst planen, dann den eigenen Plan angreifen lassen.

Prüfe diesen Reiseplan kritisch. Suche nach unrealistischen Fahrzeiten, Ruhetagen, saisonalen Schliessungen, unnötigen Ortswechseln und Tagen mit zu viel Programm. Verwende aktuelle Quellen. Nenne zuerst die fünf grössten Probleme und erstelle danach eine realistischere Fassung. Erfinde keine Öffnungszeiten oder Verbindungen; wenn etwas nicht sicher feststellbar ist, kennzeichne es.

Dieser Prompt kann einem mehrere jener Urlaubstage ersparen, an denen man vor einem verschlossenen Museum steht und die Architektur der Eingangstür bewundert.

5. Unterkunft ohne «charmant» und «zentral gelegen»

Fast jedes Hotel im Internet ist «charmant», «einzigartig» und «ideal gelegen». Das hilft ungefähr so viel wie die Information, dass ein Restaurant «feine Speisen» serviert.

Hilf mir, die richtige Gegend für eine Unterkunft in [Stadt] zu wählen. Wichtig sind mir [Ruhe/Nachtleben/ÖV/Restaurants/Architektur/Nähe Bahnhof usw.]. Vergleiche fünf Quartiere. Nenne Vor- und Nachteile, typische Wege zu meinen wichtigsten Zielen und eine grobe Preisstufe. Empfiehl danach drei konkrete Unterkünfte, aber nur wenn du aktuelle verlässliche Quellen dazu findest.

6. Essen statt Tripadvisor-Marathon

Bei Restaurants lohnt sich Aktualität besonders. Köche wechseln, Lokale schliessen und angebliche Geheimtipps stehen irgendwann mit 4000 Bewertungen im Internet.

Finde für [Ort] fünf Restaurants, die zu diesen Kriterien passen: [Küche], ungefähr [Budget] pro Person, [Quartier oder Entfernung], [weitere Wünsche]. Vermeide reine Touristenlokale und Restaurantketten. Prüfe, ob die Restaurants aktuell geöffnet sind, und nenne die Quelle. Erkläre bei jedem Vorschlag in zwei Sätzen, warum er zu meinen Kriterien passt.

7. Zeig mir nicht nur die üblichen zehn Sehenswürdigkeiten

«Geheimtipp» ist eines der meistmissbrauchten Wörter des Tourismus. Ein Ort mit 1,7 Millionen Instagram-Fotos ist keiner.

Ich kenne die klassischen Sehenswürdigkeiten von [Ort] bereits. Suche zehn weniger offensichtliche Orte, die zu meinen Interessen [Interessen] passen. Keine erfundenen Geheimtipps und keine Orte nur deshalb auswählen, weil sie als «hidden gem» bezeichnet werden. Begründe jede Empfehlung anhand konkreter Merkmale und verlinke eine aktuelle Quelle.

8. Der Regentag

Auch die beste Reiseplanung hat einen natürlichen Feind: Wetter.

Für [Tag/Datum] ist in [Ort] schlechtes Wetter angekündigt. Erstelle einen alternativen Tagesplan mit überwiegend wettergeschützten Aktivitäten. Berücksichtige meine Interessen [Interessen] und meinen Standort [Quartier/Hotel]. Vermeide lange Wege im Regen und prüfe Öffnungszeiten sowie gegebenenfalls Reservierungspflichten.

9. Ein Tag ohne Sehenswürdigkeiten

Manchmal möchte man auf einer Reise einfach einen Ort erleben und nicht abarbeiten.

Plane mir in [Stadt] einen Tag ohne klassische Sehenswürdigkeiten. Ich möchte beobachten, essen, spazieren, in Buchhandlungen oder kleine Läden gehen und ein Gefühl für den Alltag bekommen. Wähle ein oder zwei Quartiere, in denen das gut funktioniert. Kein Pflichtprogramm und keine Top-10-Listen.

10. Die Geschäftsreise

Geschäftsreisen haben ihre eigene Dramaturgie: Flughafen, Hotel, Termin, Kabel vergessen.

Plane meine Geschäftsreise nach [Ort] vom [Datum] bis [Datum]. Meine Termine sind: [Termine mit Orten und Zeiten]. Optimiere Hotelgegend und lokale Transporte so, dass ich möglichst wenig Zeit verliere. Plane genügend Reserve vor wichtigen Terminen ein. Ergänze zwei gute Möglichkeiten für ein Geschäftsessen und einen kurzen freien Abend. Erstelle am Schluss eine Checkliste für Dokumente, Technik und Kleidung.

11. Die Packliste für Menschen, die immer etwas vergessen

Die Zahnbürste bekommt man überall. Das spezielle Ladekabel meistens dort nicht, wo man es braucht.

Erstelle eine Packliste für [Reiseziel] vom [Datum] bis [Datum]. Berücksichtige Wetter, geplante Aktivitäten [Aktivitäten], Transportart und Aufenthaltsdauer. Teile die Liste in Dokumente, Kleidung, Gesundheit, Technik und Sonstiges. Markiere Dinge, die ich am Vorabend kontrollieren sollte, und Dinge, die ins Handgepäck gehören.

12. Was habe ich übersehen?

Der nützlichste Prompt ist manchmal derjenige, der nicht noch mehr Ideen verlangt, sondern nach Fehlern sucht.

Hier ist mein fertiger Reiseplan: [Plan einfügen]. Suche nicht nach zusätzlichen Sehenswürdigkeiten, sondern nach Dingen, die ich möglicherweise übersehen habe: Einreisebedingungen, lokale Feiertage, Reservierungen, Transportprobleme, saisonale Besonderheiten, Zahlungsfragen, Stecker, Mobilfunk, Trinkgeld, Sicherheitsregeln oder ungewöhnliche lokale Vorschriften. Prüfe zeitkritische Punkte im Web und nenne die Originalquellen.


KI-Illustration zum Thema Reiseplanung
Illustration mit KI erstellt

Und wenn Sie doch nur einen einzigen Prompt wollen

Manchmal möchte man nicht zwölf Werkzeuge, sondern den ganzen Werkzeugkasten auf einmal. Dafür eignet sich dieser Master-Prompt. Anders als meine ältere Version verlangt er nicht einfach möglichst viele Vorschläge. Er zwingt die KI zuerst dazu, offene Fragen zu klären – und danach Fakten von Annahmen zu trennen.

Ich möchte eine Reise planen. Hilf mir dabei als Recherche- und Planungsassistent.

Bevor du einen Reiseplan erstellst, stelle mir nacheinander nur die Fragen, die du wirklich brauchst. Kläre insbesondere:

  • Reiseziel oder gewünschte Art des Reiseziels
  • genaue Reisedaten
  • Ausgangsort
  • Anzahl Reisende
  • Budget
  • Interessen
  • gewünschtes Reisetempo
  • Mobilität und besondere Anforderungen
  • Unterkunftswünsche
  • Dinge, die ich ausdrücklich vermeiden möchte

Wenn du genügend Informationen hast, erstelle einen realistischen Reiseplan.

Berücksichtige dabei:

  1. sinnvolle Reiseroute und Fahrzeiten,
  2. Unterkunftsgebiete statt wahlloser Hotellisten,
  3. höchstens zwei grössere Programmpunkte pro Tag,
  4. Restaurants und Essensmöglichkeiten,
  5. lokalen Verkehr,
  6. Pausen und freie Zeit,
  7. einen Plan B für schlechtes Wetter,
  8. eine grobe Kostenübersicht,
  9. eine Pack- und Vorbereitungsliste.

Suche bei zeitabhängigen Informationen im Web. Bevorzuge offizielle Quellen für Öffnungszeiten, Fahrpläne, Einreisebestimmungen und Veranstaltungen. Nenne die Quellen direkt bei den betreffenden Angaben.

Trenne klar zwischen:

  • aktuell überprüften Fakten,
  • Schätzungen,
  • deinen Empfehlungen.

Wenn du etwas nicht zuverlässig feststellen kannst, sage das ausdrücklich statt zu raten.

Prüfe zum Schluss den gesamten Reiseplan noch einmal kritisch auf unrealistische Wege, überfüllte Tage, Ruhetage, saisonale Probleme und unnötige Ortswechsel.

Was KI gut kann – und was Sie besser selbst kontrollieren

ChatGPT ist besonders gut darin, Möglichkeiten zu sortieren, Reisevarianten zu vergleichen, Tagesabläufe umzubauen und aus vielen Bedingungen einen vernünftigen Plan zu machen. Genau dort wird klassische Reiseplanung mühsam.

Weniger vernünftig wäre es, eine KI-Antwort als Buchungsbestätigung zu behandeln. Flugzeiten ändern sich. Hotels sind ausgebucht. Restaurants machen Ferien. Grenzen haben die unangenehme Eigenschaft, Einreisebestimmungen ernst zu nehmen.

Deshalb mein einfachstes Verfahren: erst mit KI denken, dann mit Quellen prüfen, erst danach buchen.

Eine frühe Version dieses Artikels empfahl übrigens noch den KI-Reiseplaner Tripnotes. Der Dienst wurde 2023 übernommen und eingestellt. Auch das ist eine kleine Reiselektion: Digitale Reisebegleiter können schneller verschwinden als ein Gate am Flughafen wechselt.

Fazit

KI ersetzt weder das Reisen noch den Zufall. Zum Glück. Niemand braucht einen Algorithmus, der einem vorschreibt, wann man an einem unbekannten Platz noch einen Kaffee bestellt oder wegen eines überraschend schönen Blicks einfach eine Stunde sitzen bleibt.

Aber für alles davor ist ChatGPT inzwischen ein erstaunlich brauchbarer Assistent: Ideen sammeln, vergleichen, Wege verkürzen, Alternativen finden, Listen erstellen und den eigenen Plan auf Schwachstellen prüfen.

Die beste Reise ist am Ende ohnehin jene, bei der nicht alles nach Plan verläuft. Aber der Plan darf wenigstens gut sein.


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Perfekt vorbereitet: Mit ChatGPT zur massgeschneiderten Traumreise
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